McDonald’s Linz/Dornach
Das Team der 63 Mitarbeitenden, die im Schichtbetrieb in der McDonald’s Filiale in Linz/Dornach beschäftigt sind, ist bunt gemischt. Neben Studierenden, Hausfrauen und Menschen mit Migrationshintergrund sind dort derzeit zwei Menschen mit Handicap beschäftigt, von denen einer Rollstuhlfahrer ist. Die Anstellung von Menschen mit Beeinträchtigung hat bei McDonald’s inzwischen Tradition. Vor mehr als sechs Jahren gab es einen Grundsatzbeschluss der McDonald's Franchise GmbH Oberösterreich, gezielt Menschen mit Handicap in den Filialen einzustellen. Im Anschluss daran wurden alle Arbeitsplätze im Unternehmen daraufhin untersucht, welche Tätigkeiten von Menschen mit Behinderung ausgeführt bzw. welche Arbeitsplätze durch diese besetzt werden können. Im Falle der Filiale in Linz/Dornach kristallisierte sich die Stelle bei der Bestellannahme und Bezahlung im Drive-In heraus. Seit 2003 ist sie mit einem Rollstuhlfahrer besetzt ist. Aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen wurde 2008 sogar eine Person mit Beeinträchtigung für diesen Posten eingestellt.
Die Restaurantleiterin und Personalverantwortliche Frau Uzunkaya berichtet im Interview von ihren Erfahrungen:
Frau Uzunkaya seit drei Jahren haben Sie jetzt die Personalverantwortung der Filiale in Dornach, welche Erfahrungen haben Sie mit Ihren Angestellten mit Behinderung gemacht?
Wissen Sie, das Erfolgsrezept von McDonald’s ist seit seiner Gründung ein besonderes Verhältnis zu seinen Gästen. Dafür ist es wichtig, ein Team zu haben, bei dem sich die Gäste willkommen fühlen. Dass klappt am besten, wenn die Atmosphäre im Team selbst stimmt. Dazu leisten unsere beiden Menschen mit Behinderung einen wesentlichen Beitrag.
Wie meinen Sie das?
Ich lege großen Wert darauf, dass das Team aus Personen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammengesetzt ist. Menschen aus verschiedenen Kulturen arbeiten genauso bei uns wie Hausfrauen, Studierende und Menschen mit Behinderung. Das bereichert das tägliche Miteinander und die Zusammenarbeit. Ich halte nichts davon, Mitarbeitende über Druck zu führen. Wir versuchen auf die Angestellten einzugehen, indem wir zahlreiche Mitarbeitergespräche führen und die Dienstpläne den individuellen Wünschen anpassen. Um unseren hohen Standard zu halten, befinden sich die Mitarbeitenden in einem ständigen Training. Dazu gehört auch Feed-Back direkt am Arbeitsplatz. Wir versuchen, die Beschäftigten gemäß ihren Stärken einzusetzen und zu fördern. All das wirkt sich positiv auf die Stimmung im Team aus.
Spielen die Menschen mit Behinderung dabei eine besondere Rolle?
Oh ja, das tun sie. Unser Rollstuhlfahrer ist im Team zu einer festen Marke geworden. Er ist bei Betriebsfesten nicht mehr wegzudenken. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen sogar privat gemeinsame Unternehmungen zusammen.
Wie kommen sie bei den Gästen an?
Gerade beim direkten Kundenkontakt ist es wichtig, entsprechend freundlich aufzutreten und sich auf die Kunden einstellen zu können. Nach meinen Erfahrungen sind unsere Angestellten mit Behinderung hoch motiviert, sozial sehr kompetent und mit ihrer Arbeit zufrieden. Das strahlt auf unsere Gäste aus. Dadurch hat sich sogar der Kreis unserer Stammgäste erweitert, weil sie sich am Drive-In besonders gut behandelt fühlen. Beeindruckend ist auch die hohe Zuverlässigkeit. Seit ich hier die Aufgabe der Personalleitung wahrnehme, war auf unseren Rollstuhlfahrer immer Verlass, er war keinen einzigen Tag krank.
Welche Besonderheiten sind zu beachten?
Die maßgebliche Besonderheit ist, dass die Personen mit Behinderung ausschließlich im DriveIn und nicht wie die anderen Teammitglieder an mehreren Arbeitsplätzen einsetzbar sind. Aber jeder hat seine Stärken und Schwächen. Mir ist es daher lieber, jemand ist nur an einem Arbeitsplatz einsetzbar, aber dafür stimmen der Service für die Gäste und die Zuverlässigkeit zu 100%. Die Anpassungen des Arbeitsplatzes wie eine Rollstuhlrampe sind nicht der Rede Wert, da unser Restaurant ohnehin schon barrierefrei ausgebaut ist. Zudem gibt es hierfür ja auch Förderungen.
Sehen Sie schon erste Früchte Ihrer Personalpolitik?
Der Erfolg gibt uns Recht. McDonald’s unterliegt einem internen Prüfverfahren, bei dem im 14-tägigen Rhythmus verdeckte Gäste die Filialen auf Freundlichkeit und Schnelligkeit der Bewirtung überprüfen. Das Restaurant in Dornach konnte seine Ergebnisse beständig steigern. Derzeit zählen wir österreichweit zu den besten Filialen.
Herzlichen Dank für das Gespräch
